Linus Torvalds hat Linux allein entwickelt
Der Name Linus Torvalds ist untrennbar mit Linux verbunden, und viele glauben, dass er dieses beliebte Betriebssystem ganz alleine entwickelt hat. Doch ist diese Vorstellung wirklich korrekt? In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, wie viel Wahrheit in diesem Mythos steckt, und erklären die Entwicklungsgeschichte von Linux im Detail.
Ursprung des Mythos
Warum denken viele, dass Linus Torvalds Linux allein entwickelt hat?
Der Ursprung dieses Mythos liegt in der frühen Geschichte von Linux. Im Jahr 1991 begann der damals 21-jährige Informatikstudent Linus Torvalds aus Finnland, an einem kleinen Projekt zu arbeiten, das ursprünglich nur als Hobby gedacht war. Er wollte ein Betriebssystem entwickeln, das er auf seinem eigenen Computer nutzen konnte. In einer berühmten E-Mail an eine Newsgroup im August 1991 schrieb Torvalds: „Hallo an alle, die Minix benutzen – ich arbeite an einem (freien) Betriebssystem (nur ein Hobby, wird nicht groß und professionell wie GNU).“ Diese Nachricht und der Umstand, dass Torvalds den ersten Kernel tatsächlich selbst entwickelte, führten zu der Annahme, dass er das gesamte Projekt allein umgesetzt hat.
Die Realität
Hat Linus Torvalds Linux tatsächlich allein entwickelt?
Die Realität ist, dass Linus Torvalds zwar der ursprüngliche Schöpfer des Linux-Kernels ist, die Weiterentwicklung und der Ausbau des Betriebssystems jedoch von einer großen und aktiven Gemeinschaft übernommen wurden. Torvalds schrieb die erste Version des Linux-Kernels selbst, aber schon bald traten andere Entwickler der Open-Source-Gemeinschaft bei, um das Projekt zu unterstützen und zu erweitern. Heute ist Linux das Ergebnis der Zusammenarbeit von Tausenden von Entwicklern weltweit. Große Unternehmen wie IBM, Intel und Red Hat tragen ebenfalls maßgeblich zur Entwicklung von Linux bei und leisten wertvolle Beiträge zur Verbesserung und Weiterentwicklung des Kernels sowie der darauf aufbauenden Software. Torvalds selbst ist weiterhin aktiv in der Entwicklung von Linux involviert und fungiert als eine Art „Gatekeeper“, der den Code, der in den Kernel integriert wird, überprüft und freigibt. Aber der Umfang und die Komplexität des heutigen Linux-Betriebssystems wären ohne die Zusammenarbeit der globalen Entwicklergemeinschaft nicht möglich.
Technische Erklärung
Wie funktioniert die Entwicklung von Linux heutzutage?
Linux ist ein Open-Source-Betriebssystem, dessen Entwicklung durch das kollaborative Modell der Open-Source-Gemeinschaft vorangetrieben wird. Der Linux-Kernel ist der Kern des Betriebssystems, und Tausende von Entwicklern weltweit arbeiten daran, ihn zu verbessern und neue Funktionen hinzuzufügen. Beiträge kommen sowohl von einzelnen Entwicklern als auch von Unternehmen, die eigene Teams haben, die an bestimmten Aspekten des Kernels arbeiten. Die Codebeiträge werden in Repositories verwaltet, und Torvalds entscheidet mit Hilfe von Maintainers, welche Änderungen in die Hauptversion des Kernels übernommen werden. Die Entwicklungsarbeit umfasst viele unterschiedliche Bereiche, darunter Treiberunterstützung, Sicherheitsfeatures und Optimierungen für verschiedene Hardware-Plattformen. Dieses Modell der Zusammenarbeit ist ein Schlüsselelement des Erfolgs von Linux und zeigt, dass ein Projekt dieser Größe und Bedeutung nicht von einer einzelnen Person allein entwickelt werden kann.
Ist dieser Mythos bestätigt?
Dieser Mythos ist nicht bestätigt.
Der Mythos, dass Linus Torvalds Linux allein entwickelt hat, ist nicht korrekt. Er hat den ersten Kernel entwickelt und ist bis heute eine wichtige Figur im Projekt, aber Linux ist das Ergebnis der Arbeit einer großen internationalen Gemeinschaft.
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