Akkus ab in den Kühlschrank und nie voll auf- oder entladen

Es kursieren viele Tipps und Tricks, um die Lebensdauer von Akkus zu verlängern. Ein besonders bekannter Mythos besagt, dass Akkus im Kühlschrank gelagert werden sollten und dass es schlecht für sie ist, sie vollständig auf- oder zu entladen. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter diesen Ratschlägen? In diesem Artikel beleuchten wir den Ursprung des Mythos, die Realität und wie man Akkus wirklich pflegen sollte.

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Ursprung des Mythos

Warum glauben viele, dass Akkus im Kühlschrank gelagert werden sollten und dass vollständiges Auf- oder Entladen schädlich ist?

Der Ursprung dieses Mythos liegt in den frühen Tagen der Akkutechnologie, als Nickel-Cadmium (NiCd)-Akkus weit verbreitet waren. Diese Akkus wiesen den sogenannten „Memory-Effekt“ auf, bei dem sich die Kapazität verringerte, wenn sie immer nur teilweise aufgeladen wurden. Deshalb wurde empfohlen, sie vollständig zu entladen und wieder voll aufzuladen, um ihre Kapazität zu erhalten. Ebenso glaubte man, dass die Lagerung im Kühlschrank helfen würde, die Selbstentladung zu verringern und die Lebensdauer zu verlängern. Mit der Einführung von Lithium-Ionen-Akkus haben sich die Eigenschaften und die Pflegebedürfnisse der Akkus jedoch erheblich verändert. Dennoch halten sich die alten Ratschläge, was zu Verwirrung darüber führt, wie moderne Akkus am besten behandelt werden sollten.

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Die Realität

Stimmt es, dass Akkus im Kühlschrank gelagert und nie voll auf- oder entladen werden sollten?

Die Realität ist, dass Lithium-Ionen-Akkus, die heute in den meisten Geräten verwendet werden, nicht wie NiCd-Akkus behandelt werden sollten. Die Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus im Kühlschrank kann tatsächlich schädlich sein, da die niedrigen Temperaturen die chemischen Reaktionen im Inneren des Akkus beeinflussen und zur Bildung von Kondenswasser führen können, das die Elektronik schädigt. Was das Auf- und Entladen betrifft, ist es korrekt, dass es für Lithium-Ionen-Akkus ideal ist, sie nicht ständig vollständig aufzuladen oder vollständig zu entladen. Das beste Ladeintervall für moderne Akkus liegt zwischen 20 % und 80 %. Eine vollständige Entladung oder das dauerhafte Halten bei 100 % Ladezustand kann die Lebensdauer des Akkus verringern, da dies die chemischen Prozesse im Akku belastet und zur Degradation führt. Für die Langzeitlagerung von Lithium-Ionen-Akkus empfiehlt es sich, sie bei etwa 50 % Ladung und bei kühlen, aber nicht kalten Temperaturen zu lagern (etwa 15 bis 20 Grad Celsius). Diese Bedingungen helfen, die chemische Stabilität des Akkus zu bewahren.

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Technische Erklärung

Warum sind Kühlschranklagerung und vollständiges Auf- oder Entladen für moderne Akkus schädlich?

Lithium-Ionen-Akkus haben eine spezifische chemische Struktur, die auf eine stabile Temperatur und moderate Ladezyklen ausgelegt ist. Wenn ein Akku im Kühlschrank gelagert wird, kann die niedrige Temperatur die Elektrolyte im Akku verdicken und chemische Reaktionen verlangsamen. Zudem kann die Bildung von Kondenswasser beim Herausnehmen des Akkus zu Schäden führen. Ein vollständiges Aufladen oder Entladen erhöht die Spannung in den Zellen auf ein extremes Niveau. Diese Spannung kann die Oxidation im Inneren des Akkus beschleunigen, was die Kapazität und die Lebensdauer verringert. Ein Ladebereich zwischen 20 % und 80 % minimiert diesen Effekt und sorgt dafür, dass die chemischen Prozesse im Akku in einem stabileren Bereich bleiben.

Ist dieser Mythos bestätigt?

Dieser Mythos ist nicht bestätigt.

Der Mythos, dass Akkus in den Kühlschrank gehören und nie voll auf- oder entladen werden sollten, ist nicht korrekt. Die Lagerung im Kühlschrank kann schädlich sein, und moderne Lithium-Ionen-Akkus profitieren von einem Ladebereich zwischen 20 % und 80 % für eine optimale Lebensdauer.


Tags:

SpeicherMemory-Effekt

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