Je mehr Prozessorkerne, desto schneller ist die Anwendung

Die Anzahl der Prozessorkerne ist zu einem wichtigen Verkaufsargument bei Computern und Laptops geworden. Viele Nutzer glauben, dass eine CPU mit mehr Kernen zwangsläufig dazu führt, dass alle Anwendungen schneller laufen. Doch ist diese Annahme wirklich korrekt? In diesem Artikel beleuchten wir den Ursprung des Mythos, die Realität und wie die Anzahl der Prozessorkerne die Leistung von Anwendungen beeinflusst.

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Ursprung des Mythos

Warum glauben viele, dass mehr Prozessorkerne automatisch zu schnellerer Leistung führen?

Der Ursprung dieses Mythos liegt in der Einführung von Mehrkernprozessoren und der damit einhergehenden Marketingstrategie der Hersteller. Als Dual-Core- und später Quad-Core-Prozessoren auf den Markt kamen, wurde der Fokus auf die höhere Leistung durch parallele Verarbeitung gelegt. Die Vorstellung, dass „mehr Kerne immer besser“ sei, hat sich im Bewusstsein der Nutzer festgesetzt, da die Werbekampagnen oft die Vorteile der Mehrkernprozessoren in den Vordergrund stellten. Der allgemeine Glaube, dass mehr von einer bestimmten Komponente automatisch besser ist, hat dazu beigetragen, dass die Anzahl der Prozessorkerne als ein direkter Indikator für die Leistung einer CPU angesehen wird.

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Die Realität

Macht eine höhere Anzahl an Prozessorkernen eine Anwendung immer schneller?

Die Realität ist, dass die Anzahl der Prozessorkerne nur dann einen spürbaren Leistungsvorteil bringt, wenn die Software auch in der Lage ist, diese Kerne effizient zu nutzen. Viele Anwendungen, insbesondere ältere oder weniger komplexe Programme, sind so programmiert, dass sie nur einen oder zwei Kerne verwenden. Für diese Anwendungen bietet eine CPU mit mehr Kernen keinen direkten Vorteil. Leistungssteigerungen durch mehrere Kerne sind vor allem bei Anwendungen zu beobachten, die für parallele Verarbeitung optimiert sind, wie Videobearbeitungssoftware, 3D-Rendering-Programme, wissenschaftliche Berechnungen und einige moderne Spiele. Diese Programme können mehrere Threads gleichzeitig ausführen und profitieren von zusätzlichen Kernen, da sie verschiedene Prozesse parallel abwickeln können. Bei alltäglichen Anwendungen wie Webbrowsern, Textverarbeitungsprogrammen oder einfachen Spielen reicht oft ein Dual-Core- oder Quad-Core-Prozessor aus, da diese Programme nicht für eine Nutzung von mehr Kernen ausgelegt sind. Das bedeutet, dass eine CPU mit mehr Kernen in diesen Fällen keine signifikante Verbesserung der Leistung bringt.

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Technische Erklärung

Wie nutzen Anwendungen die Prozessorkerne, und was beeinflusst die Leistung?

Prozessorkerne arbeiten parallel, was bedeutet, dass sie mehrere Aufgaben gleichzeitig verarbeiten können. Diese Fähigkeit ist jedoch nur dann von Vorteil, wenn eine Anwendung so programmiert ist, dass sie in mehrere Threads aufgeteilt werden kann, die gleichzeitig auf verschiedenen Kernen laufen. Solche Programme werden als „multithreaded“ bezeichnet. Viele Anwendungen, insbesondere einfache Programme, sind „single-threaded“ oder nur teilweise „multithreaded“. Das bedeutet, dass sie nicht alle verfügbaren Kerne nutzen können, sondern nur einen oder wenige. In solchen Fällen ist die Taktfrequenz der CPU wichtiger als die Anzahl der Kerne, da eine höhere Frequenz die Geschwindigkeit eines einzelnen Threads erhöht. Moderne Anwendungen und Betriebssysteme sind jedoch zunehmend darauf ausgelegt, Mehrkernprozessoren zu nutzen. Beispielsweise können Videobearbeitungssoftware, virtuelle Maschinen und Serveranwendungen von mehreren Kernen profitieren, da sie zahlreiche Prozesse gleichzeitig verarbeiten müssen.

Ist dieser Mythos bestätigt?

Dieser Mythos ist bestätigt.

Der Mythos, dass mehr Prozessorkerne eine Anwendung zwangsläufig schneller machen, ist nur teilweise wahr. Die Leistungssteigerung hängt davon ab, ob die Software für die Nutzung mehrerer Kerne optimiert ist. Während viele professionelle Anwendungen von zusätzlichen Kernen profitieren, bleibt die Leistung bei nicht optimierten Programmen nahezu gleich, unabhängig von der Anzahl der verfügbaren Kerne.


Tags:

CPU

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