Akkus erst aufladen, wenn sie völlig entladen sind
Viele Menschen sind der Meinung, dass es für die Lebensdauer eines Akkus am besten ist, ihn erst aufzuladen, wenn er vollständig entladen ist. Diese Vorstellung stammt aus früheren Zeiten, doch ist sie auch heute noch relevant? In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund, klären den Ursprung des Mythos, die Realität und erklären die technischen Hintergründe.
Ursprung des Mythos
Warum glauben viele, dass Akkus erst vollständig entladen werden sollten, bevor sie aufgeladen werden?
Der Ursprung dieses Mythos liegt in der Zeit der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd), die in den 1980er- und 1990er-Jahren weit verbreitet waren. Diese Akkus hatten einen sogenannten „Memory-Effekt“, der dazu führte, dass sie sich einen bestimmten Ladezustand „merkten“. Wenn ein NiCd-Akku beispielsweise immer nur zur Hälfte entladen und dann wieder aufgeladen wurde, konnte es passieren, dass er seine Kapazität reduzierte und sich so verhielt, als sei seine maximale Kapazität kleiner. Um dem entgegenzuwirken, empfahlen Experten damals, Akkus regelmäßig vollständig zu entladen, bevor sie wieder aufgeladen wurden.
Die Realität
Gilt diese Regel bei modernen Akkus immer noch?
Die Realität sieht heute anders aus. Moderne Akkus, wie Lithium-Ionen- (Li-Ion) und Lithium-Polymer-Akkus (Li-Po), die in den meisten Smartphones, Laptops und anderen Geräten verwendet werden, sind nicht vom Memory-Effekt betroffen. Tatsächlich kann es für diese Akkus schädlich sein, sie regelmäßig vollständig zu entladen, da dies die Anzahl der möglichen Ladezyklen reduziert und die Lebensdauer des Akkus verkürzt. Lithium-basierte Akkus sind dafür ausgelegt, in Teilentladungszyklen zu arbeiten, was bedeutet, dass es besser ist, sie aufzuladen, bevor sie vollständig entladen sind. Regelmäßige vollständige Entladungen können bei modernen Akkus sogar zu einer Tiefenentladung führen, was dem Akku ernsthaften Schaden zufügen kann und ihn im schlimmsten Fall unbrauchbar macht.
Technische Erklärung
Warum sind moderne Lithium-Ionen-Akkus anders?
Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Akkus arbeiten nach einem anderen Prinzip als die älteren Nickel-Cadmium-Akkus. Sie haben eine viel höhere Energiedichte und verwenden chemische Reaktionen, die keinen Memory-Effekt aufweisen. Diese Akkus sind so konstruiert, dass sie in einem Bereich von etwa 20 % bis 80 % ihrer Kapazität am effizientesten arbeiten. Das regelmäßige vollständige Entladen und Aufladen belastet die Zellen und verkürzt ihre Lebensdauer. Die integrierte Elektronik in modernen Akkus schützt sie zudem vor Überladung und Tiefenentladung, solange sie ordnungsgemäß verwendet werden. Um die Lebensdauer eines Lithium-Akkus zu maximieren, empfehlen Experten, den Ladezustand zwischen 20 % und 80 % zu halten und gelegentlich eine Kalibrierung durchzuführen, indem der Akku einmal vollständig entladen und wieder voll aufgeladen wird. Dies dient jedoch mehr der Genauigkeit der Ladeanzeige als der Akkugesundheit.
Ist dieser Mythos bestätigt?
Dieser Mythos ist nicht bestätigt.
Der Mythos, dass Akkus erst vollständig entladen werden sollten, bevor sie aufgeladen werden, ist für moderne Lithium-Ionen-Akkus nicht mehr relevant. Diese Praxis kann die Lebensdauer moderner Akkus sogar verkürzen.
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