Regelmäßige Passwortänderungen sind gut
Viele glauben, dass regelmäßige Passwortänderungen ein wichtiger Bestandteil einer guten Sicherheitsstrategie sind. Diese Praxis wird von zahlreichen Unternehmen und Organisationen gefördert und manchmal sogar vorgeschrieben. Doch ist es wirklich so vorteilhaft, Passwörter regelmäßig zu ändern, wie viele denken? In diesem Artikel beleuchten wir den Ursprung dieses Mythos, die aktuelle Realität und die technischen Hintergründe.
Ursprung des Mythos
Warum glauben viele, dass regelmäßige Passwortänderungen notwendig sind?
Der Ursprung dieses Mythos liegt in den frühen Sicherheitsrichtlinien, die von IT-Sicherheitsbehörden und Unternehmen entwickelt wurden. Diese Richtlinien basierten auf der Idee, dass ein regelmäßig geändertes Passwort die Chancen verringert, dass ein kompromittiertes Passwort langfristig Schaden anrichten kann. Insbesondere in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren wurden solche Regeln zur Passwortänderung als Standard in Sicherheitskonzepten aufgenommen.
Ein weiterer Grund war die Annahme, dass regelmäßige Änderungen den Schutz vor Brute-Force-Angriffen und anderen Bedrohungen verbessern würden. Die Logik dahinter war, dass ein Angreifer weniger Zeit hat, ein Passwort zu knacken, wenn es regelmäßig geändert wird.
Die Realität
Sind regelmäßige Passwortänderungen wirklich so hilfreich, wie man glaubt?
Die Realität ist, dass regelmäßige erzwungene Passwortänderungen oft mehr Schaden als Nutzen anrichten können. Studien haben gezeigt, dass Nutzer dazu neigen, schwache und vorhersehbare Passwörter zu erstellen, wenn sie regelmäßig zur Änderung gezwungen werden. So werden Passwörter häufig nur minimal angepasst (z. B. durch das Hinzufügen einer Zahl am Ende), was sie anfällig für Angriffe macht. Moderne Sicherheitsexperten und Organisationen wie das National Institute of Standards and Technology (NIST) empfehlen, Passwörter nur dann zu ändern, wenn es Anzeichen für einen Kompromiss gibt, anstatt eine regelmäßige, erzwungene Änderung durchzuführen. Der Fokus sollte vielmehr darauf liegen, starke, einzigartige Passwörter zu erstellen und diese durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu schützen. Ein weiteres Problem ist, dass Nutzer, die häufig zur Änderung ihrer Passwörter gezwungen werden, diese aufschreiben oder in unsicheren Umgebungen speichern, um sich an sie zu erinnern. Dies erhöht das Risiko, dass die Passwörter in falsche Hände geraten.
Technische Erklärung
Warum ist das erzwungene regelmäßige Ändern von Passwörtern problematisch?
Ein häufiges Argument gegen die regelmäßige Änderung von Passwörtern ist die menschliche Psychologie. Wenn Benutzer regelmäßig dazu gezwungen werden, ihre Passwörter zu ändern, neigen sie dazu, einfache Muster zu verwenden oder Passwörter nur geringfügig zu verändern. Das bedeutet, dass ein Passwort, das ursprünglich sicher war, durch diese Praxis möglicherweise schwächer wird. Ein starkes Passwort sollte einzigartig und schwer zu erraten sein. Es sollte idealerweise eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Die Implementierung von Passwort-Managern kann Nutzern helfen, starke und einzigartige Passwörter zu verwenden, ohne sie sich merken zu müssen.
Ist dieser Mythos bestätigt?
Dieser Mythos ist nicht bestätigt.
Der Mythos, dass regelmäßige Passwortänderungen immer gut sind, ist veraltet. Passwörter sollten geändert werden, wenn es einen Verdacht auf einen Sicherheitsvorfall gibt, und der Schwerpunkt sollte auf der Erstellung starker, einzigartiger Passwörter liegen, unterstützt durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie 2FA.
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