Alle Angriffe kommen von außen
Viele Unternehmen glauben, dass Cyberangriffe hauptsächlich von außen erfolgen und konzentrieren ihre Sicherheitsmaßnahmen daher auf den Schutz vor externen Bedrohungen. Doch ist diese Annahme wirklich zutreffend? In diesem Artikel untersuchen wir, warum Angriffe von innen ebenso gefährlich sind, wie der Mythos entstand und welche technischen Hintergründe dabei eine Rolle spielen.
Ursprung des Mythos
Warum glauben viele, dass alle Cyberangriffe von außen kommen?
Der Ursprung dieses Mythos liegt in der Wahrnehmung, dass Hacker sich in erster Linie auf externe Angriffe spezialisiert haben, um Unternehmen zu infiltrieren und zu schädigen. Diese Vorstellung wird durch mediale Berichte über spektakuläre Angriffe auf große Unternehmen oder staatliche Institutionen bestärkt, bei denen externe Akteure wie Cyberkriminelle, staatliche Hackergruppen oder organisierte Banden beteiligt waren. Dadurch hat sich die allgemeine Meinung gefestigt, dass die größte Gefahr von außen kommt.
Diese Sichtweise führte dazu, dass Unternehmen umfassende Maßnahmen wie Firewalls, Intrusion-Detection-Systeme und andere Abwehrmechanismen implementierten, um sich vor externen Angriffen zu schützen. Während diese Schutzmaßnahmen wichtig sind, wird oft vernachlässigt, dass auch interne Bedrohungen erhebliche Risiken darstellen können.
Die Realität
Kommen wirklich alle Angriffe von außen, oder gibt es auch interne Bedrohungen?
Die Realität zeigt, dass interne Bedrohungen ebenso gefährlich und manchmal sogar verheerender sein können als Angriffe von außen. Interne Angriffe können durch Mitarbeiter, ehemalige Mitarbeiter, Auftragnehmer oder Geschäftspartner verursacht werden, die Zugang zu sensiblen Informationen und Systemen haben. Diese Angriffe können aus verschiedenen Gründen geschehen – von böswilliger Absicht über finanzielle Motive bis hin zu unabsichtlichen Fehlern, die Sicherheitslücken öffnen. Studien belegen, dass ein signifikanter Anteil der Sicherheitsvorfälle auf interne Bedrohungen zurückzuführen ist. Dies umfasst absichtliche Datenlecks, Diebstahl von Informationen oder unabsichtliche Handlungen wie das Öffnen von Phishing-E-Mails oder das Installieren unsicherer Software. Unternehmen, die ausschließlich auf den Schutz vor externen Angriffen setzen, laufen Gefahr, sich unzureichend gegen interne Risiken abzusichern.
Technische Erklärung
Warum sind interne Bedrohungen so gefährlich und schwer zu erkennen?
Interne Bedrohungen sind besonders gefährlich, weil sie oft von Personen ausgehen, die bereits über Berechtigungen und Zugang zu sensiblen Bereichen des Netzwerks verfügen. Im Gegensatz zu externen Angreifern, die versuchen, Sicherheitsbarrieren zu durchbrechen, können Insider direkt auf Daten zugreifen und Veränderungen vornehmen, ohne dass dies sofort auffällt. Die Erkennung interner Bedrohungen erfordert fortschrittliche Überwachungstechnologien wie User-Behavior-Analytics (UBA), die Anomalien im Verhalten von Benutzern erkennen können. Zum Beispiel kann das plötzliche Kopieren großer Datenmengen oder der Zugriff auf Systeme außerhalb der üblichen Arbeitszeiten ein Indikator für einen potenziellen internen Angriff sein. Ein weiterer Faktor ist die Notwendigkeit einer starken Netzsegmentierung. Wenn interne Angreifer oder kompromittierte Geräte Zugriff auf das gesamte Netzwerk haben, kann ein Vorfall weitaus größere Schäden verursachen. Die Implementierung des Zero-Trust-Modells, bei dem niemandem innerhalb des Netzwerks per se vertraut wird, ist eine effektive Methode, um interne und externe Angriffe zu erschweren.
Ist dieser Mythos bestätigt?
Dieser Mythos ist nicht bestätigt.
Der Mythos, dass alle Angriffe von außen kommen, ist falsch. Interne Bedrohungen sind ebenso real und gefährlich wie externe Angriffe und müssen in die Sicherheitsstrategie jedes Unternehmens integriert werden.
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